Feuchtwiese Ruprechtsberg (Oberösterreich)

Die Feuchtwiese Ruprechtsberg liegt in der Gemeinde Enzenkirchen im Bezirk Schärding, befindet sich im Eigentum des | naturschutzbund | Oberösterreich und wird seit 1995 betreut. Die leicht nach Westen geneigte, ca. 0,7 ha große Fläche zeichnet sich durch ihre große Vielfältigkeit aus. Von Schwarz-Erlenbeständen (Alnus glutinosa) über eine Schilffläche (Phragmites australis) bis hin zu trockenen, feuchten und sumpfigen Wiesen sind hier die verschiedensten Lebensräume in unmittelbarer Nähe zueinander vorhanden. Teufelsabbiss (Succisa pratensis), Heilziest (Betonica officinalis), Rispen-Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris), Sumpfkratzdistel (Cirsium palustre) und andere sorgen für einen bunten Anblick auf der Mähwiese.

Der größte Teil des gemähten Bereiches ist mager und weist eine relativ kurze Vegetation auf. Die sumpfigen Stellen sind oftmals wüchsiger.
Die Breitblättrige Fingerwurz (Dactylorhiza majalis), eine Orchideenart, kommt in einem kleinen Bestand auf nassen Stellen vor. Diese Art konnte erst nach Vorverlegung des Mähzeitpunktes hier festgestellt werden.
 
Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) gehört zu den EU-weit geschützten Arten und konnte auf der Feuchtwiese Ruprechtsberg vereinzelt festgestellt werden. Diese Falterart benötigt Wiesenknopf, der im Sommer nicht gemäht wird, sowie bestimmte Arten von Knotenameisen. Die Raupen leben anfangs in den Blütenköpfchen der Futterpflanze und später in den Ameisennestern, wo sie sich von der Ameisenbrut ernähren.

© Claudia Leitner

© Angela Wolf

© Claudia Leitner

© Martin Schwarz

© Claudia Leitner

Schutz und Management
Diese Fläche soll mit ihrem großen Strukturreichtum erhalten und die Mähwiese weiterentwickelt werden, um noch mehr seltenen Arten als Lebensraum zu dienen. Die Wiesen werden derzeit jährlich zweimal gemäht, wobei die erste Mahd Mitte Juni und die zweite im September erfolgt. Bis einschließlich 2002 aber fand nur einmal im Herbst eine Bewirtschaftung statt, mit dem Argument, dass die Pflanzen vorher noch aussamen können. Jedoch düngte sich die Wiese durch die sehr späte Bewirtschaftung auf und wurde dadurch immer artenärmer und eintöniger. Aus diesem Grund erfolgte eine Umstellung des Mahdregimes. Bereits in den ersten Jahren nachdem eine zweimalige Mahd eingeführt wurde, zeigte sich, dass die Wiese wieder bunter wird und die selteneren Arten zunehmen. Zudem kann durch die häufigere Bewirtschaftung das Schilf (Phragmites australis) besser daran gehindert werden, die Wiese zu überwuchern.
 
Um die Beschattung der Wiese zu reduzieren, werden immer wieder Erlen und andere Gehölze zurückgeschnitten oder entfernt. Es wird dabei immer darauf geachtet, dass Totholz für Käfer und andere Organismen anfällt.
 
© Stiftung für Natur
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